Deutsche Bahn
Güterzüge des Rangierbahnhofes München Nord
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Stornierungen und Änderungen von Zugtrassen in Folge der Corona-Pandemie

Stornierungen und Änderungen von Zugtrassen sind gemäß SNB Ziffer 6.4.8 kostenfrei möglich, sofern höhere Gewalt oder behördliche Anweisungen vorliegen. Anbei erhalten Sie nähere Informationen zur konkreten Abwicklung.

Vergangene Woche (KW 19) hatten wir Sie per Kundeninformation darüber informiert, dass Stornierungen oder Änderungen von Verkehrsleistungen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen, gemäß Ziffer 6.4.8 der Schienennetz-Benutzungsbedingungen (SNB) von der Erhebung der Stornierungsentgelte ausgenommen sind. Die Überprüfung, ob tatsächlich höhere Gewalt oder behördliche Anweisungen vorliegen, ist im Zeitraum 17.03.2020 bis 10.05.2020 im Rahmen einer Kulanzregelung entfallen. Seit dem 11.05.2020 wird wieder das einzelfallbezogene Regelverfahren angewendet. Aufgrund vereinzelter Rückfragen finden Sie nachfolgend einen Gesamtüberblick sowie weitergehende Informationen zur konkreten Abwicklung von Stornierungen und Änderungen.


Stornierungen im Kulanzzeitraum 17.03.2020 bis 10.05.2020:

Stornierungen und Änderungen, die bei uns als DB Netz AG im Zeitraum 17.03.2020 bis 10.05.2020 angezeigt wurden, sind gemäß der am 31.03.2020 kommunizierten Kulanzregelung für alle Verkehrsarten pauschal von Änderungs- und Stornierungsentgelten ausgenommen.


Stornierungen ab dem 11.05.2020:

Seit Anfang Mai werden behördlich angeordnete Beschränkungen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus schrittweise gelockert und die Eisenbahnverkehre laufen wieder verstärkt an. Mit der Lockerung der einschränkenden Maßnahmen und dem Anlaufen des wirtschaftlichen und privaten Lebens liegen demnach keine außerordentlichen Gründe mehr vor, die weiterhin eine pauschale Einstufung aller Stornierungen als höhere Gewalt bzw. behördliche Anordnung rechtfertigen. Andererseits sind einzelne Verkehre weiterhin von unmittelbar im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehenden Beeinträchtigungen betroffen. Die sich daraus ergebenden Änderungen und Stornierungen sind selbstverständlich gemäß unserer SNB Ziffer 6.4.8 kostenfrei. Die Prüfung, ob die hierfür erforderlichen Bedingungen erfüllt sind, erfolgt ab dem 11.05.2020 wieder einzelfallbezogen. Wir haben entsprechende Kriterien und Fallgruppen definiert, bei denen das Vorliegen höherer Gewalt bzw. behördlicher Anweisung aktuell in der Regel anerkannt wird. Die Kriterien unterliegen einer ständigen Prüfung und werden entsprechend der behördlich angeordneten Maßnahmen bzw. deren Lockerung fortgeschrieben. Sie dienen daher als Orientierungshilfe für den aktuell gültigen Prüfmaßstab, begründen aber keinen Rechtsanspruch.

  • Danach sind aktuell in der Regel Stornierungen oder Änderungen von Personenverkehren ins angrenzende Ausland, die durch Grenzschließungen bedingt sind, von Stornierungs- und Änderungsentgelten ausgenommen.
  • Weiterhin sind aufgrund der behördlich angeordneten Einschränkungen bei Großveranstaltungen aktuell in der Regel Charterverkehre oder Verstärkerzüge für Veranstaltungen von Änderungs- und Stornierungsentgelten ausgenommen.
  • Die Anerkennung behördlicher Anordnungen in Bezug auf Schülerverkehre im Schienenpersonennahverkehr erfolgt bundeslandspezifisch, da die Öffnungskonzepte und Zeitpläne regional zum Teil deutliche Unterschiede aufweisen.
  • Im Schienengüterverkehr sind aktuell in der Regel aufgrund der Beschränkungen im internationalen Flugreiseverkehr Stornierungen bei Kerosin-Zügen von Änderungs- und Stornierungsentgelten ausgenommen.
  • Ebenso nationale und internationale Werksverkehre, wenn für diese ein Nachweis über behördlich angeordnete Werkschließungen vorgelegt werden kann.

Grundsätzlich werden bei den genannten Fallgruppen diejenigen Stornierungen und Änderungen kostenfrei gestellt, für die das Vorliegen höherer Gewalt für den Zeitpunkt der geplanten Verkehrsdurchführung zum Zeitpunkt der Stornierung bestätigt werden kann. So sind bspw. Stornierungen, die Charterverkehre zu bereits heute behördlich untersagten Veranstaltungen betreffen (z. B. Oktoberfest in München, Cannstatter Wasen), kostenfrei möglich. Stornierungen von Verkehren, die Zeiträume betreffen, für die nach aktuellem Kenntnisstand keine behördlichen Anordnungen vorliegen, sind dagegen kostenpflichtig.

Um die korrekte Einordnung von Verkehren zu ermöglichen, werden die Eisenbahnverkehrsunternehmen gebeten, ergänzend zu den Stornierungen oder Änderungen die entsprechenden Gründe und das etwaige Vorliegen von höherer Gewalt oder behördlichen Anordnungen ihren Kundenbetreuern zeitnah mitzuteilen.

Sofern sich einzelne Stornierungen oder Änderungen über längere Zeiträume erstrecken, werden diese je betroffenem Verkehrstag differenziert behandelt. Zum Ermöglichen einer korrekten Berücksichtigung der Entgeltbefreiung empfiehlt sich dabei, nur sachzusammenhängende Zeiträume zu stornieren, für die eine Begründung für das Vorliegen höherer Gewalt oder behördlicher Anweisungen dargelegt werden kann. Stornierungen weiterer Verkehrstage derselben Trasse nehmen Sie bitte gesondert vor.

Für Verkehre, die durch die obenstehenden Fallgruppen nicht abgedeckt sind, werden aktuell in der Regel Stornierungs- oder Änderungsentgelte erhoben, sofern im Prüfprozess keine entsprechenden Nachweise durch das Eisenbahnverkehrsunternehmen vorgelegt werden, dass tatsächlich höhere Gewalt oder behördliche Anweisungen vorliegen.