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Trassenanmeldung Netzfahrplanperiode 2021: Betriebserprobung Vorplanabfahrten Personenzüge

Bei der Trassenanmeldung können Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) und Zugangsberechtigte (ZB) für definierte Bahnhöfe je Zug/Halt eine „verkehrliche Abfahrt“ anmelden. Damit werden Vorplanabfahrten ermöglicht, die dazu beitragen, die Netzinfrastruktur besser auszulasten und Zugfolgeverspätungen zu reduzieren.

Im Rahmen einer umfassenden Betriebserprobung werden die für eine standardisierte Anwendung verkehrlicher Zeiten relevanten Prozesse und Abläufe überarbeitet und auf ihre Eignung für eine anschließende Mengenausweitung untersucht. Ebenfalls Gegenstand der Betriebserprobung ist die Abschätzung der Wirkung auf Pünktlichkeit und Kapazität.

Die Betriebserprobung „verkehrliche Abfahrten“ soll im Zeitraum vom 13.12.2020 bis zum 10.12.2022 bei beginnenden Zügen erfolgen und zunächst die folgenden Bahnhöfe umfassen:

  • Dortmund Hbf
  • Frankfurt Hbf
  • Karlsruhe Hbf
  • Hannover Hbf
  • Hamburg-Altona
  • Köln Hbf
  • München Hbf
  • Stuttgart Hbf
  • Leipzig Hbf
  • Berlin Hbf

Weiterführende Informationen erhalten Sie über unten stehenden Mini-FAQ.

Was versteht man unter verkehrlicher Abfahrtszeit?

Die verkehrliche Abfahrtszeit ist die Abfahrtszeit, die an einem bestimmten Halt für einen bestimmten Zug den Reisenden anstatt der betrieblichen Zeit veröffentlicht wird. Sie liegt früher als die Abfahrtszeit im Betriebsfahrplan. Damit wird u. a. die Option einer aus betrieblicher Sicht „Vorplanabfahrt“ für Personenzüge ermöglicht.

Warum ist es sinnvoll eine verkehrliche Abfahrtszeit anzumelden?

Mit der Anmeldung einer verkehrlichen Abfahrtszeit wird uns als DB Netz AG bei der betrieblichen Durchführung ermöglicht, in der Betriebsabwicklung auftretende Zugfolgekonflikte mit weniger Verspätungsminuten zu lösen. Denn durch die Vorplanabfahrt ist die Infrastruktur bereits früher wieder für eine Folgebelegung verfügbar. Züge mit verkehrlicher Abfahrt haben die Chance, bereits vor einem Konflikt einen Engpass zu verlassen und weniger von Zugfolgeverspätung betroffen zu sein.

Wie kann ein EVU und ZB eine verkehrliche Abfahrtszeit anmelden?

Eine verkehrliche Abfahrtszeit kann je Zug/Halt im Trassenportal unter „Weitere Angaben“ im Datenfeld „Bahnsteigabfahrt“ angemeldet werden.

Handelt es sich bei der Anmeldung einer verkehrlichen Abfahrtszeit um ein definiertes Produkt der DB Netz AG, mit dem ein zusätzliches Entgelt verbunden ist?

Bisher und in der Betriebserprobung bis 10.12.2022 erfolgt die Bearbeitung der Anmeldungen als „sonstiger Kundenwunsch“ ohne zusätzliches Entgelt. Wir behalten uns vor, die Bearbeitung der angemeldeten verkehrlichen Abfahrtszeiten zur Sicherstellung einer wirksamen Betriebserprobung zu begrenzen.

Um negative Wirkungen auf das System Bahn, wie z. B. Kapazitätsmehrverbrauch, zu vermeiden, gelten in der Phase der Betriebserprobung bis zum 10.12.2022 die in nebenstehendem PDF beschriebenen vorläufigen Rahmenbedingungen (siehe Downloadbereich).

Welche Rahmenbedingungen sollten bei der Anmeldung verkehrlicher Abfahrten beachtet werden?

Die vorläufigen Rahmenbedingungen für die Betriebserprobung stehen Ihnen in einem Übersichtsdokument über nebenstehendes PDF als Download zur Verfügung.

Welche Auswirkung hat eine verkehrliche Abfahrtszeit auf die Reisenden und die Ankunftszeit am nächsten Halt?

Planerisch ergibt sich keinerlei Auswirkung, da die Trassenvergabe – also auch die Ankunftszeit am nächsten Halt – so erfolgt, als gäbe es keine verkehrliche Abfahrtszeit.

In der Durchführung kann es durch die verkehrliche Abfahrtszeit zu einer Vorplanankunft am nächsten Halt kommen. Die veröffentlichte Ankunftszeit sollte der betrieblichen Ankunft (=Konstruktionsergebnis) entsprechen.


Können verkehrliche Abfahrten auch unabhängig von der Betriebserprobung und an anderen Bahnhöfen angemeldet werden?

EVU/ZB können das Feld „Bahnsteigabfahrt“ unabhängig von der Betriebserprobung im bisherigen Umfang nutzen.