Deutsche Bahn
Weiche im Bahnhof Wittingen

Ab 2019: Erneuerung von Hochgeschwindigkeitsstrecken

Nach fast 30 Jahren Zugverkehr auf den Hauptmagistralen Hannover–Würzburg und Mannheim–Stuttgart werden hunderte Kilometer Schienen, Weichen und Technik runderneuert. Insgesamt fließen 825 Millionen Euro in die Erneuerung der Hochgeschwindigkeitsstrecken. Start des umfangreichen Sanierungskonzeptes ist Juni 2019.

In zahlreichen Abstimmungsrunden vor allem mit den betroffenen Verkehrsunternehmen ist ein Etappenplan entstanden, bei dem die Bahn von 2019 bis 2023 mit mehreren Streckensperrungen zunächst zwei Hochgeschwindigkeitsverbindungen auf Vordermann bringt. Den Auftakt der Schnellfahrstreckensanierung bildet die Verbindung Hannover–Würzburg. Die Bauarbeiten an Gleisen, Weichen und Technik finden sukzessive in folgenden vier Abschnitten ab Juni 2019 statt:

  • Hannover–Göttingen (11. Juni bis 14. Dezember 2019)
  • Göttingen–Kassel (23. April bis 15. Juli 2021)
  • Fulda–Würzburg (2022, Details in Erarbeitung) und
  • Kassel–Fulda (2023, Details in Erarbeitung).

Allein auf dieser Strecke erneuert die Bahn insgesamt 532 Kilometer Gleise und 224 Weichen und verlegt 800.000 neue Schwellen sowie 500.000 Tonnen Schotter. Die Maßnahmen kosten rund 640 Millionen Euro. Vorbereitet und begleitet wird das Sanierungskonzept nicht nur von den DB-eigenen Fahrplanern, sondern auch über regelmäßige Dialogveranstaltungen. So war die Erneuerung der Hochgeschwindigkeitsstrecken auch Bestandteil unseres jährlich stattfindenden zentralen Bau- und Informationsdialogs mit dem Ziel, dass sich alle Beteiligten rechtzeitig auf netzfahrplanrelevante baubedingte Einschränkungen der Infrastruktur einstellen können.

Denn ganz ohne Reisezeitverlängerungen ist das hohe Baupensum nicht realisierbar. So sind die Züge im Fernverkehr in der ersten Bauphase 2019 z. B. auf den Verbindungen Hamburg–Frankfurt, Berlin–Frankfurt und Hamburg–München jeweils ca. 30 bis 45 Minuten länger unterwegs. Zwischen Hamburg bzw. Berlin und Frankfurt kommt es zu Kapazitätseinschränkungen. Die Sperrung wird sich auch auf den Nah- und Güterverkehr auswirken. Ab 2020 erneuert die Bahn die Strecke Mannheim–Stuttgart. Die Bauarbeiten werden in 205 Tagen bei einer Totalsperrung zwischen 10. April und 31. Oktober erledigt, bevor vom 23. April bis 15. Juli 2021 zwischen Göttingen und Kassel weitergearbeitet wird. Der Abschnitt Fulda–Würzburg wird 2022 und der Bereich Kassel–Fulda 2023 erneuert.

Auf der Strecke Mannheim–Stuttgart liegt der Fokus auf der Erneuerung von rund 190 Kilometer Gleisen und 54 Weichen. 200.000 Tonnen neuer Schotter müssen eingebaut und 315.000 neue Betonschwellen verlegt werden. Auf den Streckenabschnitt Mannheim–Stuttgart entfallen Kosten in Höhe von 185 Millionen Euro.

Durch optimierte Baukonzepte und frühzeitige Information sollen die Auswirkungen der Baumaßnahmen so gering wie möglich gehalten werden.